Programm-Archiv

  • 5. Konzert: Freitag, 26. Januar 2018, 20 Uhr

    Tastendoppel:
    Kerstin Wolf, Orgel
    Joost de Nooijer, Orgel

    Die Beckerath-Orgel der Friedrich-Ebert-Halle erklingt nach der Reinigung und Generalüberholung Ende 2017 in neuem Glanz. Das interessante Programm der beiden Organisten Kerstin Wolf (Hamburg) und Joost de Nooijer (Rotterdam) oszilliert zwischen deutscher und holländischer aber auch neuer und romantischer Musik.

    Kerstin Wolf, Orgel

    Ad Wammes (geb. 1953): Rejoice für Orgel
    Johannes Brahms (1833-1897): Präludium und Fuge g-Moll für Orgel WoO 10
    Guy Bovet (geb. 1942): Hamburger Totentanz für Orgel (Nr. 3 aus Trois Préludes hamburgeois)

    Joost de Nooijer, Orgel

    Robert Schumann (1810-1856): Studien in kanonischer Form für den Pedalflügel oder die Orgel op. 56: Nr. 4 Innig – etwas bewegter
    Jan Welmers (geb. 1937) Laudate Dominum für Orgel

    – Pause –

    Joost de Nooijer, Orgel

    Ad Wammes: Miroir für Orgel
    Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) Sonate B-Dur für Orgel op. 65/4

    Kerstin Wolf, Orgel

    Ad Wammes: Vallée des danses für Orgel in fünf Sätzen I – II – III – IV – V

    Joost de Nooijer
    Foto: Christian Kalnbach
  • 6. Konzert: Dienstag, 20. Februar 2018, 20 Uhr

    Philharmonisches Staatsorchester Hamburg

    Adam Fischer, Dirigent

    W. A. Mozart: Symphonie Nr. 39 Es-Dur, KV 543
    W. A. Mozart: Symphonie Nr. 40 g-Moll, KV 550
    W. A. Mozart: Symphonie Nr. 41 C-Dur, KV 551 „Jupiter“
    Unter der Leitung von Adam Fischer spielt das Philharmonische Staatsorchester Hamburg die drei letzten Symphonien von Wolfgang Amadeus Mozart: Symphonie Nr. 39 Es-Dur, Symphonie Nr. 40 g-Moll und die „Jupiter-Symphonie“ Nr. 41 C-Dur. Der ungarische Dirigent Adam Fischer, der mit seinem Danish National Chamber Orchestra die gesamten Mozart-Symphonien eingespielt hat, ist in allen großen Musikzentren der Welt und regelmäßig bei dem Philharmonischen Staatsorchester Hamburg zu hören. Als Hamburgs größtes und ältestes Orchester blicken die Philharmoniker auf eine lange musikalische Tradition zurück und haben im Übrigen eine enge Verknüpfung zur Friedrich-Ebert-Halle und der Musikgemeinde Harburg. Bereits bei dem Eröffnungskonzert der Harburger Friedrich-Ebert-Halle am 15.1.1930 spielte das Orchester unter der Leitung von Karl Muck (u. a. Mozarts Sinfonie Nr. 40 g-Moll!). Unter dem starken Eindruck dieses Konzertes wurde der Entschluss gefasst, eine besondere Vereinigung – die Musikgemeinde Harburg – für Konzerte in der Friedrich-Ebert-Halle zu gründen. So schließt sich der Kreis und verspricht einen wunderbaren Konzertabend in der Friedrich-Ebert-Halle mit Mozart, Adam Fischer und den Philharmonikern bei der Musikgemeinde Harburg.

  • Morgenfeier Sonntag, 7. Januar 2018, 11 Uhr

    Carmen Korn liest aus ihrem Buch
    „Zeiten des Aufbruchs“

    Leon Gurvitch, Klavier

    Programm:

    George Gershwin: The Man I Love
    Duke Ellington: Take the „A“ Train
    Bill Evans: Beautiful Love
    Dave Brubeck: Blue Rondo à la Turk
    George Gershwin: I Got rhythm

    Carmen Korn
    liest aus ihrem Buch „Zeiten des Aufbruchs“

    Im zweiten Teil ihrer Jahrhundert-Trilogie erzählt Carmen Korn mitreißend von der deutschen Nachkriegszeit, Hamburg, den pastellfarbenen Fünfzigern und der Aufbruchsstimmung der Sechzigerjahre. Vier Frauen. Hundert Jahre Deutschland.

    Carmen Korn wurde 1952 in Düsseldorf als Tochter des Komponisten Heinz Korn geboren. Nach ihrer Ausbildung an der Henri-Nannen-Schule arbeitete sie als Redakteurin u.a. für den «Stern». Sie ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

     

    Der Besuch dieser Veranstaltung ist nur nach Maßgabe vorhandener Plätze möglich. Das Freihalten von Plätzen für Späterkommende ist nicht möglich. Restkarten für 15 € nur an der Tageskasse ab 10:30.

    Veranstaltungsort: Harburger Theater / Saal des Helmsmuseums, Museumsplatz 2, S-Bahn Harburg Rathaus

  • 4. Konzert: Montag, 11. Dezember 2017, 20 Uhr

    Hamburger Camerata

    Matthias Kirschnereit, Klavier
    Geneviève Tschumi, Alt
    Gonzalo Mejia, Oboe
    Gustav Frielinghaus, Violine und Leitung

    Ein Orgelkonzert auf dem Klavier gespielt? Man liest’s und wundert sich. Doch der Pianist Matthias Kirschnereit hat gut Gründe für sein Tun. Denn die Konzertorgel, auf der Händel spielte, kam ohne Pedale aus. Händels „Orgel“-Konzerte lassen sich sehr gut auch auf dem Flügel spielen. Ein echtes Klavierkonzert von Felix Mendelssohn hat Kirschnereit außerdem im Gepäck. Arcangelo Corellis Weihnachtskonzert ist der stilbildende Klassiker unter den Musiken zur Feier der Heiligen Nacht. 2017 ist Telemann-Jahr; zu Telemanns 250. Todesjahr darf Musik von Hamburgs „Director musices“ da natürlich nicht fehlen. Doch auch wenn der Komponist selbst über seine Konzerte schrieb, sie seien ihm „niehmals recht von Hertzen gegangen“, unter Telemanns zahllosen konzertanten Werken lassen sich wundervolle Entdeckungen machen. Neben Matthias Kirschnereit, Klavier stimmen weitere hochkarätige Solisten mit weihnachtlichen Klängen auf die Festtage ein: Geneviève Tschumi, Alt, Gonzalo Mejia, Oboe und Gustav Frielinghaus, Violine.

    Programm

    A. Corelli: Concerto grosso g-Moll op. 6 Nr. 8 „Fatto per la notte di natale“ (Weihnachtskonzert)

    G. F. Händel: Orgelkonzert F-Dur HWV 295 „Der Kuckuck und die Nachtigall“ – Fassung für Klavier

    F. Mendelssohn: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 g-Moll op. 25

    G. Ph. Telemann: Konzert für Oboe und Streich-orchester e-Moll TWV 51e1

    G. Ph. Telemann: „Kündlich gross ist das gottselige Geheimnis“ Kantate zum 1. Weihnachtstag TWV 1020: Nr. 4: Aria „Göttlichs Kind“

    G.F. Händel: Der Messias (Messiah):
    Nr. 8 Aria: O! Thou that tellest good tidings on Zion / Oh du, die du Zion frohe Botschaft verkündest

    F. Mendelssohn: Sinfonia für Streicher II D-Dur

     

    Restkarten für 20 Euro, ermäßigt 10 Euro, können an der Abendkasse ab 19:30 Uhr erworben werden.

  • 3. Konzert: Montag, 20. November 2017, 20 Uhr

    Tastendoppel:
    Maria Lettberg, Klavier
    Mathias Weber, Pianoforte Érard

    Besonders im 19. Jahrhundert entwickelten sich die Tasteninstrumente rasant vom Hammerflügel zu den modernen heutigen Flügeln. Die verschiedenen Klangwelten, einerseits eines Érardflügels, grand modèle von 1857, gegenüber einem heutigen Steinway D Flügel, sind besonders bei Liszts Petrarca-Sonett 123, das sowohl auf dem Érard als auch auf dem Steinway gespielt wird, bei einem direkten Vergleich eindrucksvoll hörbar.

    Mathias Weber, in Göttingen geboren, erhielt seine erste musikalische Ausbildung in Oldenburg. Dort trat er bereits im Alter von acht Jahren mit Präludien und Fugen des Wohltemperierten Klaviers an die Öffentlichkeit. Es folgte ein Studium an der Musikhochschule Hamburg in den Fächern Klavier , Dirigieren und Theorie. Von den ihm verliehenen Preisen seien stellvertretend die des ARD-Wettbewerbs und des internationalen Wettbewerbs in Rom sowie der Brüder Busch Preis genannt. Konzerte führten den Künstler als Solisten, Kammermusiker und Liedbegleiter in zahlreiche europäische Länder sowie in die USA (Carnegie Hall) und nach Ostasien.

    Auf seiner „Suche nach dem verlorenen Klang ist er auf die „Érard“-Flügel des 19. Jahrhunderts gestoßen, die man als Vorläufer des modernen Konzertflügels bezeichnen kann und deren Klangmöglichkeiten in eine authentische Atmosphäre der damaligen Musikwelt versetzen können. Den Komponisten des 19. Jahrhunderts und ihren Werken gerecht zu werden, ist hierbei sein besonderes Anliegen.

    Maria Lettberg, in Riga geboren, debütierte bereits mit neun Jahren mit dem Zweiten Klavierkonzert von Ludwig van Beethoven. Ihr Talent wurde früh erkannt und gefördert; von der zentralen lettischen Eliteschule für musikalisch begabte Kinder ging sie direkt an das Petersburger Konservatorium, wo sie auf dem Weg zu ihrem mit Auszeichnung abgelegten Konzertexamen entscheidende Schritte zur Herausbildung ihrer Pianistenpersönlichkeit machte, fundiert durch die Vervollkommnung einer virtuosen Technik. Mit Meisterkursen an der Königlichen Musikhochschule in Stockholm; der Sibelius Akademie in Helsinki erweiterte sie die Breite ihres Repertoires, vor allem aber vertiefte sie ihre musikalischen Interessen. Wichtige Lehrer waren u.a. Andrej Gavrilov, Paul Badura-Skoda, Menachem Pressler, Roland Pöntinen und Matti Raekallio.

    Im Herbst 2007 legte sie eine Aufnahme des gesamten Solo-Klavierwerkes von Alexander Skrjabin vor. Ihre jüngste CD-Aufnahme erweitert die vorliegende Skrjabin-„Gesamteinspielung“ um Werke, die erst in den letzten Jahren wieder entdeckt und der Öffentlichkeit nun teilweise erstmals zugänglich gemacht werden.

    Programm

    Mathias Weber, Pianoforte Érard

    Robert Schumann (1810-1856)
    Fantasiestücke op.12

    Frédéric Chopin (1810-1849)
    Ballade Nr. 1 g-Moll op. 23

    Franz Liszt (1811-1886)
    Sonetto 123 del Petrarca
    Gondoliera
    Les Jeux d’Eaux à la Villa d’Este

    Alexander Skrjabin (1872-1915
    Sonata-Fantaisie Nr. 2 gis-Moll op. 19

    Maria Lettberg, Klavier

    Alexander Skrjabin
    Etüde cis-Moll op. 2 Nr. 1
    Sonata-Fantaisie gis-Moll (op. posth.)

    Franz Liszt
    Sonetto 123 del Petrarca
    Vallée d’Obermann

    Alexander Skrjabin
    Mazurka e-Moll op. 25 Nr. 3
    Rêverie op. 49 Nr. 3
    Sonate Nr. 9 op. 68
    Etüde b-Moll op. 8 Nr. 11
    Etüde dis-Moll op. 8 Nr. 12

  • 2. Konzert: Montag, 30. Oktober 2017, 20 Uhr

    Ensemble BRuCH

    Marie Heeschen, Sopran
    Sally Beck – Flöte
    Ella Rohwer – Violoncello
    Claudia Chan – Klavier

    M. Ravel: Chansons Madecasses
    H. Lachenmann: temA
    C. Debussy: Klaviertrio G-Dur
    H. Zender: Muji no Kyo
    J. Jamet: Visage de l’echo

    Hinter dem Namen „BRuCH“ verbergen sich die Musikerinnen Ella Rohwer (Cello), Marie Heeschen (Sopran), Claudia Chan (Klavier) und Sally Beck (Flöte). In dieser ungewöhnlichen Besetzung begeistern sie mit ihren reizvoll gemischten Konzertprogrammen aus impressionistischen Klängen, Klassikern der Neuen Musik und Aufführungen zeitgenössischer Werke. In Harburg werden im Rahmen der Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler des Deutschen Musikrats die Chansons Madecasses von Ravel, Debussys Klaviertrio G-Dur sowie Werke von Lachenmann, Zender und Jamet zu hören sein.

    Restkarten sind an der Abendkasse erhältlich (Vorbestellung über info@musikgemeinde-harburg.de).

  • 1. Konzert: Sonnabend, 30. September 2017, 20 Uhr

    Symphoniker Hamburg

    Dirigent:  Alexander Prior
    Pablo Barragán, Klarinette

    „Streben nach Vollendung“
    C. M. von Weber: Ouvertüre zu „Der Freischütz“
    C. M. von Weber: Klarinettenkonzert Nr. 1 f-Moll op. 73
    P. I. Tschaikowsky: Symphonie h-Moll op. 74 – Pathétique

    Alexander Prior, geboren 1992 in London, schloss mit 17 Jahren als jüngster Student seit Sergej Prokofjew seine Dirigierausbildung in St. Petersburg mit Auszeichnung ab. Erste Opernerfahrungen sammelte er als Assistent in Seattle, in Kopenhagen, an der Oper Leipzig sowie 2014 in München. Weitere Einladungen folgten u. a. zur Deutschen Kammerphilharmonie Bremen und zu den Düsseldorfer Symphonikern. Im Herbst 2014 übernahm er die musikalische Gesamtleitung des WDR-Musikwettbewerbes in Köln. Neben dem Dirigieren widmet er sich intensiv seiner Tätigkeit als Komponist. So entstand seine 4. Sinfonie 2009 als Auftragswerk der Kulturbehörde St. Petersburg. Weitere Höhepunkte seines Schaffens sind das Orchesterwerk „Horizons“, das 2010 unter seiner Leitung vom Royal Philharmonic Orchestra in London uraufgeführt wurde, sowie ein vom Hong Kong City Chamber Orchestra 2011 erstmals gespieltes Tripel- Konzert. Für sein Engagement, jungen Menschen den Zugang zu Kunst, Kultur und Ausbildung zu ermöglichen, wurde er in Russland mehrfach ausgezeichnet.

    Der 1987 geborene Klarinettist Pablo Barragán studierte zunächst in Sevilla bei Antonio Salguero und an der Barenboim-Said Foundation bei Matthias Glander, bevor er 2009 als Stipendiat der Fundación Caja Madrid an die Musikakademie Basel wechselte, wo er seine Ausbildung in der Meisterklasse von Francois Benda fortsetzte. Neben Kammermusikstudien nahm er an Masterklassen bei bekannten Klarinettisten wie Martin Fröst, Charles Niedich, oder Dimitri Ashkenazy teil. Ausgezeichnet bei zahlreichen internationalen Wettbewerben, wie den ARD Musikwettbewerb 2012 unddem ersten Preis des Juventudes Musicales de Espana 2011, ist Pablo Barragán einer der vielseitigsten und interessantesten Musiker seiner Generation.

    Restkarten für 20 Euro, ermäßigt 10 Euro, können an der Abendkasse ab 19:30 Uhr erworben werden.

  • Speicher am Kaufhauskanal Donnerstag, 21. September 2017, 20 Uhr

    Diskurs

    Von lauten und leisen Tönen – Faszination Tasteninstrumente
    Einführungsveranstaltung zum Saisonthema
    Gäste: Organistin Kerstin Wolf – Pianist und Érardflügelsammler Mathias Weber – Kurator der Sammlung Musikinstrumente MK&G Olaf Kirsch

    Besonders vom 19. Jahrhundert bis heute entwickelten sich die Tasteninstrumente rasant – vom Hammerflügel zum modernen heutigen Flügel, von der rein mechanischen Orgel zur vollelektronischen Orgel. Karola Parry wird an dem Abend mit den Gästen Kerstin Wolf, Konzertorganistin, Mathias Weber, Pianist und Érardflügelsammler, und Olaf Kirsch, Kurator der Sammlung Musikinstrumente im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, über die Entwicklungen des Instrumentenbaus, Érardflügel, moderne Flügel und die Orgel in der Friedrich-Ebert- Halle sprechen.

  • 10. Konzert – Sonnabend, 10. Juni 2017, 20 Uhr, Friedrich-Ebert-Halle

    Symphoniker Hamburg

    Lahav Shani, Klavier und Dirigent
    Guy Braunstein, Violine

    Programm:

    J. S. Bach: Klavierkonzert d-Moll BWV 1052
    Achtung Programmänderung:
    Mehr über das Bachsche Klavierkonzert finden Sie auf dieser Seite unten.

    M. Bruch: Schottische Fantasie op. 46
    L. v. Beethoven: Symphonie c-Moll Nr. 5 op. 67

    Die Konzertsaison 2016/2017 der Musikgemeinde Harburg e.V. endet mit der Fünften Symphonie von Ludwig van Beethoven, die 1808 uraufgeführte „Schicksals-Symphonie“. Ein passender Abschluss für die diesjährige Saison, in der Beethoven und seine großen Symphonien einen besonderen Schwerpunkt bildeten. Die Musikgemeinde Harburg und die Symphoniker Hamburg unter der Leitung von dem israelischen Dirigenten und Pianisten Lahav Shani werden sicherlich auch damit dem völlig überrasched am 2. Juni 2017 verstorbenen, äußerst beliebten und verehrten Chefdirigenten Sir Jeffery Tate gedenken.

    Der Konzertabend beginnt mit einer Programmänderung, es erklingt das Klavierkonzert in d-Moll von Johann Sebastian Bach, das Shani selbst vom Flügel aus leitet. In einer ähnlichen Doppelfunktion ist oft auch der zweite Solist des Konzerts zu sehen. Der Erste Gastkünstler der Symphoniker, Guy Braunstein, dirigierte das Orchester zuletzt bei seinem Auftritt im Februar. In Max Bruchs Schottischer Fantasie ist er nun bei einem der anspruchsvollsten Werke der Violinliteratur als Solist zu erleben.

    J. S. Bach: Klavierkonzert d-Moll BWV 1052. Das erste Werk des heutigen Abends »Klavierkonzert« zu nennen, ist genau genommen ziemlich unscharf. Johann Sebastian Bach schrieb Cembalokonzerte. Das Klavier, so wie wir es heute als großen Konzertfügel kennen, gab es damals ja noch nicht. Doch auch dies bleibt eine unscharfe Bezeichnung. Denn zunächst schrieb Bach vor allem Violinkonzerte – und arbeitete diese später für das Cembalo um. Die Nummern 1052 bis 1059 des Bach-Werke-Verzeichnisses (BWV) umfassen sieben Konzerte für Cembalo und Orchester, die wohl zwischen 1733 und 1746 entstanden. (Weitere Nummern verzeichnen Konzerte mit zwei, drei oder sogar vier Cembalos.) Gut vorstellbar ist, dass Bach diese Konzerte während seiner Tätigkeit als Kapellmeister des Collegium musicum im »Zimmermann’schen Coffeehaus« in Leipzig spielte.

    Das erste Konzert in d-Moll aus dieser Reihe, das der Pianist und Dirigent Lahav Shani vom Flügel aus leitet, ist das vielleicht beliebteste und am häufigsten aufgeführte unter ihnen – und teilt mit den sechs anderen die Satzfolge eines typischen Konzerts für Orchester und Soloinstrument: Schnell-Langsam-Schnell. In der Besetzung für Cembalo, Streicher und Basso continuo dauert es etwa 25 Minuten. Und wenn dem Hörer einzelne Teile durchaus bekannt vorkommen sollten, handelt es sich um keinen Zufall: Der erste Satz Allegro findet sich beispielsweise in Bachs Kantate »Wir müssen durch viel Trübsal in das Reich Gottes eingehen« (BWV 146). Und auch der zweite Satz, ein beeindruckend zartfühlendes Adagio, das im Dreivierteltakt in g-Moll mit gebrochenen Dreiklängen ein betont ungeschmücktes, aber berührendes Thema beinhaltet, ist Teil dieser Kantate, nämlich in deren Chor-Stimme. In diesem zweiten Satz kommunizieren die Solostimme und die erste Violine sehr fein miteinander. Doch auch wenn der dritte Satz, wieder ein Allegro in d-Moll, das sich in der Kantate »Ich habe meine Zuversicht« (BWV 188) wiederfindet, recht flott erscheint – der Grundcharakter dieses d-Moll-Konzertes ist insgesamt dunkel-leidenschaftlich.

  • Sonderveranstaltung im Speicher am Kaufhauskanal – Donnerstag, 1. Juni 2017

    Diskurs: „Kindheit in Trümmern“

    Zu Gast: Barbara Warning

    Kinder hocken zitternd im Bombenhagel in den Kellern zerstörter Häuser, sie frieren und hungern auf der Flucht, hausen anschließend in Baracken, können nicht mehr zur Schule gehen und werden als Flüchtlinge ausgegrenzt. Was Kindern aus Syrien momentan geschieht, erlebten deutsche Kinder im Zweiten Weltkrieg.

    72 Jahre nach dem Zusammenbruch der NS-Diktatur erinnern sich die Kinder von damals an ihre Erlebnisse zwischen 1939 und 1955.
    21 Zeitzeugen berichten bewegend und anschaulich über ihre Kindheit im Zweiten Weltkrieg und in der Nachkriegszeit. Sie stehen für Millionen, denen ähnliches widerfuhr. Ihre Schicksale sind eine Mahnung gegen Kriege, in denen Kinder immer schuldlos leiden.

    Barbara Warning lebt als freie Journalistin und Autorin in Hamburg. „Kindheit in Trümmern“ erschien 2015 bei Ravensburger und wurde mehrfach ausgezeichnet. Süddeutsche Zeitung: „Ein großartiges Buch!“